fashion news of the week.

© WOOD WOOD

Es war die Woche der großen Präsentationen: LOUIS VUITTON veröffentlicht die Künstler-Kooperationen zur 160-Jahr-Feier des Louis-Vuitton-Monograms und ALEXANDER WANG präsentiert mit einem Paukenschlag in New York seine Kollektion für H&M. Doch nicht genug: Auch das dänische Modelabel WOOD WOOD geht eine Kooperation ein. Und zwar mit keiner geringeren als MICKEY MOUSE.

Doch der Reihe nach.

LOUIS VUITTON hatte bereits im Juni diesen Jahres angekündigt, zum 160 jährigen Jubiläum des Louis-Vuitton-Monograms mit einer Besonderheit aufzuwarten. „Die Ikone und die Ikoniklasten“ heißt diese Kooperation mit sechs weltbekannten Designern, Künstlern und Kreativen. Sie sollten sich mit dem berühmten LV-Monogramm auseinandersetzen und ihre individuellen Produkte entwerfen. Heraus kamen also einzigartig gestaltete Modelle. CHRISTIAN LOUBOUTIN entwarf einen Trolley sowie eine Tote Bag mit Metallnieten und Ponyfell auf der Rückseite. REI KAWAKUBO, Gründerin und Chefdesignerin des Labels COMME DES GARCONS widerum arbeitete mit auffälligen Cutouts. Auch KARL LAGERFELD ist unter anderem mit von der Partie. Er erschuf einen Sandsack inklusive Boxhandschuhen in klassischem Monogrammblüten-Design. Alle Kunstwerke sind von nun an in ausgewählten LOUIS VUITTON Geschäften erhältlich.

Szenenwechsel. Über den großen Teich nach Amerika. Dort präsentierte diese Woche der schwedische Filialist HENNES & MAURITZ seine zwölfte Designer-Kooperation. ALEXANDER WANG’s Kollektion ist, wie bereits erwartet, sehr von der Sportswear inspiriert. High-Tech Materialien, Mesh sowie Neopren bestimmen die Mens-und Womenswear. Die Farben sind zurückhaltend und in grau und schwarz Tönen gehalten. Die Accessoires wie Beanies, Overknee-Socken und Co haben bereits jetzt viel Potential zum Kult. Zu kaufen gibt’s die komplette Kollektion ab dem 6.November in den Stores und Online.

In Sachen Kooperation zieht nun auch das dänische Label WOOD WOOD nach. Wie diese Woche bekannt gegeben, wird keine geringere als MICKEY MOUSE eine Capsule-Kollektion zieren. Die ersten Bilder zeigen, dass sich das Label seinen Minimalismus und seine Eleganz von MICKEY MOUSE nicht nehmen lässt. Häufig ist sie als Motiv erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Farblich sind die Teile eher reduziert. Die Kollektion wird am 20. Oktober im Pariser Kult-Store COLETTE released und kommt letztlich ab dem 3. November auch nach Deutschland in den Handel. Es bleibt also Bewegung in diesem Modeherbst.

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KING KARL kommt mit eigener Zeitung.

Photo: Instagram

Photo: Instagram

„The Karl Daily“ soll sie also heißen, die vom Modezar himself herausgegebene Zeitung. Wie die Women’s Wear Daily berichtet wird die (vorerst einmalige) Zeitschrift in ausgewählten Karl Lagerfeld Boutiquen in sieben Städten ausliegen. Es soll sich um um Paris, London, Berlin, München, Antwerpen, Amsterdam und Zürich handeln. Neugierig auf die neueste Kreation aus dem Hause Lagerfeld machten bereits die ersten Bilder auf Instagram. Die Headline „Haute off the Press“ macht Lust auf mehr. Die Zeitung soll Einblicke in die Welt Lagerfelds gewähren und sich unter anderem mit den Themen Modeberichterstattung sowie einer ordentlichen Portion Gossip, Sportnews, Wetter und Horoskop beschäftigen. Stets mit einer großen Portion (Selbst-)Ironie. Lagerfelds Katze Choupette wird außerdem als Gast-Redakteurin angepriesen. Man darf gespannt sein. Also los raus, und sichert euer persönliches Exemplar. Die Zeitung erscheint nämlich: HEUTE.

TheSophistic8e über: NORMCORE oder VOLL NORMAL.

Foto: picture-alliance/ gms/dpa

Foto: picture-alliance/ gms/dpa

Habt ihr schon von „Normcore“ gehört? – NEIN? Dann wird es aber höchste Zeit.

Geprägt wurde dieser Begriff von der New Yorker Trendagentur K-Hole im Oktober 2013. In der Publikation unter dem Titel „Youth Mode: A Report on Freedom“ wird das Ende der Zeit beschrieben, in der alle versuchen besonders zu sein. Eine wahrliche Konkurrenz und absolute Gegenbewegung zum Hipstertum. Ein Ende der Individualität und des ständigen Wettbewerbs beim Vorne-mit-dabei-sein. Vorbei sind scheinbar die Zeiten, in der sich die Fashionistas dieser Welt damit beschäftigten, was das Must-Have der nächsten Saison sein wird. Schön waren die Tage, an denen Sneaker-Fans stunden-wenn nicht gar tagelang vor den hiesigen Sneaker-Boutiquen campten, um unbedingt ein Exemplar einer Limited-Edition zu ergattern, um die Informiertheit und Individualität zu beweisen. Ebenfalls ein „Leises Servus“ geht an die Jutebeutel, Hornbrillen, Bärte und Tattoos.

WILLKOMMEN in einer neuen 08/15 Welt. WILLKOMMEN im Kosmos der NORMALOS.

Die dazugehörigen It-Pieces sind: No-Name-Shirts, am besten weiß, kombiniert zur Schlabberjeans aus dem Kleiderschrank der Eltern. Ausgelatschte Sneaker, Fleece-Jacken, sowie weiße Tennis-Socken in Adiletten. Klamotten eben, wie man sie in jedem normalen Einkaufszentrum findet. Amerikanischen Kaffee-Ketten, süßen Cupcake-Bäckereien sowie liebevoll und bis ins kleinste Detail gestaltete (Edel)-Boutiquen stehen vor dem AUS.

MAINSTREAM heißt das neue Credo. 

Erste Stilikonen der Normcore-Bewegung wurden bereits ebenfalls ernannt: Steve Jobs zum Beispiel. Posthum wird er durch das Tragen seines stinknormalen Rollkragenpullis zum Vorreiter. Voll Normal eben. Erika Mustermann wird ungeschminkt und ganz normal gekleidet in der Stadt gesichtet. Der schlecht angezogene deutsche Vorzeige-Touri ist also tonangebend und völlig normcoreJe unmodischer desto besser.

Doch nun Schluss mit den sarkastischen und ironischen Thesen. Fakt ist, Normcore ist derzeit in aller Munde. Sämtliche Medien, egal ob Print oder Online sowie die Sozialen Netzwerke sind überflutet mit Statements zu diesem Hype. Die Huffington-Post schreibt auf Ihrer Homepage: „Normcore: Der Look der Normalos ist der neuste Hipster-Trend.“ Stylebook.de titelt: „Neuer Hipster Trend: Die neue Durchschnittlichkeit.“ Das NDR Kulturjournal schickte gar einen Reporter los, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, wenn auch mit einem Augenzwinkern.

Innerhalb kürzester Zeit entstand ein ernst zunehmender Super-Trend beziehungsweise ein Super-Begriff, der nicht ignoriert werden kann. Wie damals bei der Hipster-Bewegung. Normcore sollte demnach als Signal gesehen werden. Es bremst die schnelllebigen Trends und die rasante Entwicklung aus. Weniger Speed, Anti-Fashion also. Zuletzt gesehen bei der Chanel Haute-Couture Schau in Paris, als Karl Lagerfeld seine Models (zum ersten Mal!) in Sneaker über den Laufsteg schickte. Auch Birkenstock profitiert davon. So wurden die ehemals als „Gesundheitslatschen“ betitelten Qualitätsschuhe, ruckzuck zum Topseller für diesen Sommer.

Ob man sich nun ernsthaft mit dem Thema Normcore beschäftigen muss, bleibt jedem selbst überlassen. Fest steht jedoch, dass nach dem anhaltenden Hipster-Trend etwas Neues kommt. Sicher ist ebenfalls, dass sich der Normcore-Hype auch nur bei denjenigen durchsetzen wird, die damals als erster zur Hornbrille und zum Jutebeutel gegriffen haben. Normcore ist also als ein Mode-Statement und gleichzeitig doch ein weiteres Zeichen von Individualität und Informiertheit der jungen Avantgarde. Nicht mehr und nicht weniger.