fashion hero – die meinung eines fashion studenten

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Foto: prosieben.de

Seit 2 Wochen läuft sie. Die neue Casting-Show Fashion Hero. Endlich eine Casting-Show in der es nicht um Kandidaten mit schrägen Tönen geht, deren Selbstwahrnehmung und Bildnis um 360 Grad verzerrt zu sein scheint. Es geht, wie der Name bereits verrät, um Fashion.  Um Fashion von jungen Design-Talenten, die die Möglichkeit bekommen ihre Kreationen zu verkaufen.

Ob und was verkäuflich ist, entscheiden die sogenannten Einkäufer. Sie ersteigern für ihre jeweiligen Unternehmen die Kollektionen. Anne Rech steigert für den britischen Onlinehändler Asos, der Schweizer André Maeder für den Karstadt-Konzern und Petra Winter,  allen als ehemalige Cosmopolitan-Chefredakteurin bekannt, für S.Oliver. Sie entscheiden ob ihre jeweiligen Zielgruppen die Designer-Teile kaufen würden oder nicht. Sie entscheiden, ob die Designer-Teile massentauglich sind oder nicht. Denn darum geht es. Die exklusiven Entwürfe sollen der breiten Masse zugänglich gemacht werden. Längst bekannt durch die unzähligen Designer-Kooperationen von H&M.

Ein profitables Geschäft für alle.

Die Jungdesigner werden ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, können Ihre Entwürfe im besten Falle verkaufen. Die Firmen profitieren vom Image. Asos will sich in Deutschland nun endgültig etablieren, Karstadt sein altbackenes Image aufpolieren und S.Oliver möchte nicht mehr als langweiliger Casual-Basic Hersteller gelten.

Das Marketing funktioniert. 

Bereits während der Ausstrahlung einer Sendung sind die Teile, die online angeboten werden in Windeseile ausverkauft. Mit wenigen Klicks wird dem Verbraucher der Weg zum Artikel gebahnt und schon landet er im Warenkorb und an der Kasse.

Die Show glänzt durch Claudia Schiffer. Ein neues altes Gesicht ist zurück.  Sie sitzt im Experten-Team und kümmert sich mit Markenkommunikations-Coach Uta Hursch und Stylist Sascha Lilic um die Kandidaten. Wahrlich erfrischend und eine Alternative zur Casting-Show-Mutter Heidi Klum.

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Foto: prosieben.de

Die Mode-Branche wird in diesem TV-Format wieder einmal mehr mit viel Glamour inszeniert.  Es wird ein Klischeebild der Branche und des Berufs Designer erschaffen.  Dass es hinter den Kulissen um harte Arbeit und um jeden kleinsten Cent geht, wird hier natürlich nicht vermittelt. Mode wird hier als ein Produkt des Fashion-Zirkus verkauft, die Präsentation steht im Mittelpunkt.  Über das eigentlich notwenige Know How wie Schnittkonstruktionen, Materialien, Entscheidungen über die Nähte eines Kleidungsstückes für die perfekte Passform –und Trageeigenschaft, wird nicht berichtet. Genauso wenig dass hinter dem Designer sämtliche Schnittdirektricen und Bekleidungstechniker am Produkt beteiligt sind.

Einmal einen Artikel aus der Show bestellt, fällt bei der Lieferung auf: Es geht um’s Geld. Die tatsächlichen Endprodukte sind in ihrer Form abgewandelt. Im Großen und Ganzen erscheinen sie gleich. Bei der näheren Betrachtung jedoch fällt auf, viele Details und vor allem auch die Innenverarbeitungen sind abgewandelt. Dies ist der Beweis, dass es in der Modebranche nicht nur um Glamour und eine perfekte Inszenierung geht. Es geht viel mehr darum, mit einem bestimmten Budget, den besten Artikel gefertigt zu bekommen. Die Frage nach dem Produktionsland, die Machbarkeit zum für den Kunden best möglichsten Preis. Es geht also um knallharte Kalkulationen.

Willkommen in der wirklichen Welt der Mode. 

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Foto: de.tv.yahoo.com

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blogparade: #my fashionID

#Was ist deine Fashion ID? – Diese Frage stellt der in diesem Frühjahr gelaunchte Online-Shop von Peek&Cloppenburg Düsseldorf. http://blog.fashionid.de/blogparade-my-fashionid-5476.

Fashion. Ohne Frage, Kleidung und Mode sind vielfältig. Sie verleihen dem Träger Individualität. Sie bestimmen unser das äußeres Erscheinungsbild. Anhand von Kleidung sind etwaige Stimmungen und Gefühlslagen, sowie die verschiedensten Anlässe festzustellen.

ID. Identität, Persönlichkeit, Individualität.

Zusammengesetzt bedeutet dies dann für mich: Fashion und ID unterstreichen gemeinsam die Persönlichkeit durch den eigenen Stil = Fashion-ID.

 „Mode kann man kaufen – Stil muss man haben.“ – Gibt man diesen bekannten Spruch bei Google ein,  so erscheinen  155.000 Suchergebnisse. Wie viel ist dran? Was ist Mode eigentlich? Was ist Stil? Und was von alldem ist MEIN Stil?

Mode. So viel steht fest, ist nichts anderes als dass Kleidungsstücke immer wieder neu interpretiert werden. Doch wirkliche Innovationen gibt es in der Mode kaum noch. Das was uns als Mode verkauft wird sind lediglich Änderungen an den Schnittformen, den Stoffaufmachungen, den Designs und den Farben. Je nach Trend und Jahreszeit werden diese schmaler oder weiter, leichter oder schwerer, bunter oder cleaner. Die tragbaren Endprodukte finden wir dann in den Geschäften wieder. Mehrmals im Jahr zu den jeweiligen Saisons.

Stil. Ist auf keinen Fall Mode. Sicherlich wird er aber von ihr beeinflusst. Stil ist mehr ein Lebensgefühl. Eine Überzeugung. Die eigene Sicht auf die Dinge. Oft ist Stil auch eine gesellschaftliche Bewegung. Stil beschreibt das Ganze. Somit kann man viele verschiedene Stile in der Gesellschaft beobachten. Sie reichen von ironisch bis klassisch und elegant.

Man kann deshalb auch sagen, dass Stil der Mix aus Mode verschiedener Zeiten und unterschiedlicher Preisniveaus ist. Man kombiniert das Designer Oberteil mit der günstigen Filialisten Jeans. Man findet alte Pullover in Omas und Opas Kleiderschrank wieder und kombiniert diese mit den neuesten Teilen von der Stange. Man unterscheidet sich von anderen, ist individuell. Und genau das ist meiner Meinung nach STIL.

 Was ist mein Stil? Meine Fashion-ID? – Keine einfache Antwort.

Ich weiß nicht einmal ob ich meinen eigenen Stil eigentlich bereits gefunden habe.

Ich für meinen Teil, kombiniere gerne Vintage mit topmodischen Artikeln. Second Hand versus „neuester Schrei“. Ich mag es, die Second Hand Teile noch ein wenig abzuwandeln. Mal hier die Naht auftrennen oder da die Ärmel abschneiden. Somit erschaffe ich mir meinen ganz eigenen Stil. Dadurch vereine ich viele unterschiedliche Stile in meinem eigenen Stil. Ein bisschen Streetwear  gepaart mit Dandy und Preppy. Verschiedene Marken und Hersteller. Von günstig bis teuer.  Natürlich lasse ich mich von der Mode beeinflussen und kaufe vorwiegend danach ein. Schließlich ist Mode das, was in den Geschäften verkauft wird. Es ist jedoch der Mix, der den eigenen Stil bestimmt. Man muss sich selbst wohlfühlen. Und das ist die Schwierigkeit. Nur weil gerade etwas als Must-Have bezeichnet wird, heißt das noch lange nicht, dass man dies tragen muss. Es kommt darauf an, authentisch zu sein und sich nicht zu verkleiden. Denn das merkt man dem Menschen an. Und dann wäre Stil wohl doch nur das andere Ende vom Besen.

Seht hier meine Fashion-ID:

Cap: Obey / Sonnenbrille: Ray Ban / Ankerarmband: Flohmarkt / Uhr: Casio / Shorts: Weekday /
Gürtel: Massimo Dutti / Shirt: Topman / Sneaker: Nike

Marcel Ostertag SS14 #mbfw Berlin.

Es ist Mittwoch der dritte Juli zweitausenddreizehn. Es ist der dritte Tag der Berliner Modewoche. Es ist kurz vor achtzehnuhrdreißig. Es ist die Modenschau von Marcel Ostertag im Mercedes Benz Fashion Week Zelt am Brandenburger Tor. Vor dem Zelt herrscht reges Treiben. Ein Gemisch aus Schaulustigen, Modeinteressierten,  Promis und Fotografen und anderen geladenen Gästen. Im Zeltvorraum wird sich unterhalten, diskutiert und zu geprostet. Die Outfits der Zuschauer sind individuell. Von klassisch bis hin zu progressiv  und aufsehenerregend  – ein buntes Gemisch.

Endlich. Die Türen zur Show werden geöffnet. Nachdem man einen kleinen Gang passiert hat steht man im beeindruckenden Raum der Show. Inmitten und in weiß : Der Laufsteg. Links und rechts davon die Zuschauertribünen, direkt davor Platz für Fotografen.

Kaum Platz genommen,  geht es los. Die Show beginnt. Das Opening wird vom Designer selbst übernommen. In bodenlangem Kleid und High Heels  läuft Marcel Ostertag in eigener Kollektion als erstes Model über den Laufsteg. Erster Applaus. Danach folgen die jungen Mädchen, die die Frühjahr/Sommer Kollektion 2014 präsentieren.

Marcel Ostertags extravaganter Stil und die Verwendung von außergewöhnlichen Materialien spiegeln sich in den glamourösen und femininen Looks wider. Farblich hält es der Münchener Designer klassisch. Nude, grün und schwarz dominieren die Looks und werden durch verschiedene goldene Elemente vollendet. Der Stil der Minikleider in lang und kurz, der fließenden Hosen und Shorts wird mit vielen Details,  transparenten Stoffen und auffälligen Drucken gekonnt gemixt.

Nach einer halben Stunde wurden alle Outfits gezeigt. Marcel Ostertag bedankt sich. Und schließt die Modenschau zu seiner fünfzehnten Kollektion.  Großer Applaus.  Danach wieder hinaus in den Vorraum und sich über die Eindrücke austauschen.

Backstage beginnen bereits die Vorbereitungen für die im Anschluss stattfindende Modenschau von Guido Maria Kretschmer. Ein ganz normaler Fashion Week Alltag.