Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze.

Karl Lagerfeld Selbstportrait, 2011/2012 Aus der Serie Atelier Fendi Inkjet auf Leinwand 84 × 120 cm © 2014 Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld Selbstportrait, 2011/2012 Aus der Serie Atelier Fendi Inkjet auf Leinwand 84 × 120 cm
© 2014 Karl Lagerfeld

– Eine Ausstellung zu Fotografie – Buchkunst – Mode.

Seit dem 15. Februar ist sie geöffnet, die weltweit erste große Museumsausstellung von Karl Lagerfeld im Museum Folkwang in Essen:„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ zeigt sämtliche künstlerische Facetten des international bedeutendsten deutschen Designers. Seit 1955 macht der in Hamburg geborene Karl Lagerfeld in Mode. Er arbeitete für die renommierten Modehäuser wie Balmain, Chloé und FENDI und wurde schnell zu einem der wichtigsten Impulsgeber der internationalen Modewelt unserer Zeit. Neben seiner Arbeit und seinem Wirken für das Pariser Traditionsunternehmens CHANEL, für das er 1983 die Führung übernahm, bringt Karl Lagerfeld auch unter eigenem Namen außergewöhnliche und zukunftsweisende Kollektionen auf den Markt, die seinesgleichen suchen. Dennoch ist er mehr als (nur) ein Designer. Er ist ebenso Perfektionist, Verleger, Fotograf und Sammler.

Karl Lagerfeld A Portrait of Dorian Grey, 2005 Direktdruck auf Aludibond 70 x 100 cm © 2014 Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld, A Portrait of Dorian Grey, 2005 Direktdruck auf Aludibond 70 x 100 cm
© 2014 Karl Lagerfeld

Die Ausstellung im Museum Folkwang zeigt auf circa 1400 Quadratmetern die rastlose Ideenvielfalt Lagerfelds. Der Besucher wird durch 14 Ausstellungsräume geführt und gleichzeitig in die Welt des deutschen unerschöpflichen Multitalents entführt. Mehr als 400 Exponate, darunter Zeichnungen, Fotografien, Bücher, Designobjekte und Filme gibt es zu besichtigen. Die Ausstellung reicht von den glamourösen 1990er Jahren bis hin zur Gegenwart. Ehemalige Musen Lagerfelds wie Claudia Schiffer und Baptiste Giabiconi sind auf vielen Fotografien auf unterschiedlichen Materialien und Untergründen sehr oft zu entdecken und werden immer wieder neu inszeniert. Ein Großteil wird dennoch dem Wirken Lagerfelds bei CHANEL gewidmet: Anzeigenkampagnen und Kataloge, Entwurfsskizzen der unverkennbaren CHANEL-Roben, echte Kollektionsteile der Herbst-/Winterkollektion 2013/14 sowie die Architekturmodelle der großen CHANEL-Modenschauen im Grand Palais in Paris.

TheSophistic8e meint: Die Ausstellung die dem Museum Folkwang in Zusammenarbeit mit Karl Lagerfeld hier gelang, ist maßgebend. Die Inszenierung der Exponate, welche die Besucher in die (Traum)Welt Karl Lagerfelds entführen, ist authentisch und sehr gut gelungen. Sie beweist einmal mehr die ungeheure Vielfalt und Facette des Multitalents, das einem Genie gleichzusetzen ist.

 Unverkennbar. Einzigartig. Einfach Karl.

„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze.“ Fotografie – Buchkunst – Mode ist noch bis zum 11. Mai 2014 im Museum Folkwang in Essen zu sehen. Ein Besuch lohnt sich.

© 2014 TheSophistic8e

© 2014 TheSophistic8e

 

 

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fashion hero – die meinung eines fashion studenten

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Foto: prosieben.de

Seit 2 Wochen läuft sie. Die neue Casting-Show Fashion Hero. Endlich eine Casting-Show in der es nicht um Kandidaten mit schrägen Tönen geht, deren Selbstwahrnehmung und Bildnis um 360 Grad verzerrt zu sein scheint. Es geht, wie der Name bereits verrät, um Fashion.  Um Fashion von jungen Design-Talenten, die die Möglichkeit bekommen ihre Kreationen zu verkaufen.

Ob und was verkäuflich ist, entscheiden die sogenannten Einkäufer. Sie ersteigern für ihre jeweiligen Unternehmen die Kollektionen. Anne Rech steigert für den britischen Onlinehändler Asos, der Schweizer André Maeder für den Karstadt-Konzern und Petra Winter,  allen als ehemalige Cosmopolitan-Chefredakteurin bekannt, für S.Oliver. Sie entscheiden ob ihre jeweiligen Zielgruppen die Designer-Teile kaufen würden oder nicht. Sie entscheiden, ob die Designer-Teile massentauglich sind oder nicht. Denn darum geht es. Die exklusiven Entwürfe sollen der breiten Masse zugänglich gemacht werden. Längst bekannt durch die unzähligen Designer-Kooperationen von H&M.

Ein profitables Geschäft für alle.

Die Jungdesigner werden ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, können Ihre Entwürfe im besten Falle verkaufen. Die Firmen profitieren vom Image. Asos will sich in Deutschland nun endgültig etablieren, Karstadt sein altbackenes Image aufpolieren und S.Oliver möchte nicht mehr als langweiliger Casual-Basic Hersteller gelten.

Das Marketing funktioniert. 

Bereits während der Ausstrahlung einer Sendung sind die Teile, die online angeboten werden in Windeseile ausverkauft. Mit wenigen Klicks wird dem Verbraucher der Weg zum Artikel gebahnt und schon landet er im Warenkorb und an der Kasse.

Die Show glänzt durch Claudia Schiffer. Ein neues altes Gesicht ist zurück.  Sie sitzt im Experten-Team und kümmert sich mit Markenkommunikations-Coach Uta Hursch und Stylist Sascha Lilic um die Kandidaten. Wahrlich erfrischend und eine Alternative zur Casting-Show-Mutter Heidi Klum.

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Foto: prosieben.de

Die Mode-Branche wird in diesem TV-Format wieder einmal mehr mit viel Glamour inszeniert.  Es wird ein Klischeebild der Branche und des Berufs Designer erschaffen.  Dass es hinter den Kulissen um harte Arbeit und um jeden kleinsten Cent geht, wird hier natürlich nicht vermittelt. Mode wird hier als ein Produkt des Fashion-Zirkus verkauft, die Präsentation steht im Mittelpunkt.  Über das eigentlich notwenige Know How wie Schnittkonstruktionen, Materialien, Entscheidungen über die Nähte eines Kleidungsstückes für die perfekte Passform –und Trageeigenschaft, wird nicht berichtet. Genauso wenig dass hinter dem Designer sämtliche Schnittdirektricen und Bekleidungstechniker am Produkt beteiligt sind.

Einmal einen Artikel aus der Show bestellt, fällt bei der Lieferung auf: Es geht um’s Geld. Die tatsächlichen Endprodukte sind in ihrer Form abgewandelt. Im Großen und Ganzen erscheinen sie gleich. Bei der näheren Betrachtung jedoch fällt auf, viele Details und vor allem auch die Innenverarbeitungen sind abgewandelt. Dies ist der Beweis, dass es in der Modebranche nicht nur um Glamour und eine perfekte Inszenierung geht. Es geht viel mehr darum, mit einem bestimmten Budget, den besten Artikel gefertigt zu bekommen. Die Frage nach dem Produktionsland, die Machbarkeit zum für den Kunden best möglichsten Preis. Es geht also um knallharte Kalkulationen.

Willkommen in der wirklichen Welt der Mode. 

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Foto: de.tv.yahoo.com