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Ein Fashion-Update zur neuen Saison.

Normcore jetzt doch auch im High-Fashion Bereich?

Oh ja. CHANEL und MOSCHINO machen’s vor: Fast Food-Restaurants und Supermärkte sind die neusten Trend-Locations schlechthin. Die Ready-to-Wear Kollektion HW 14/15 von CHANEL wurde von Karl Lagerfeld in einem eigens gebauten Supermarkt präsentiert. CHANEL-Supermarkt-Tragetaschen anstatt IT-Bags. Jeans zu gemütlichen Sweatshirts und Sneakern sorgen für neue Lässigkeit.

So lässig, dass es schon wieder auffällig wird

MOSCHINO macht Appetit auf Fast Food. Jeremy Scott schickte seine Models im MC Donald’s Look über den Laufsteg. Das gelbe geschwungenen „M“ auf rotem Untergrund sorgt für den absoluten Hingucker. Das zur Kollektion gehörende MOSCHINO iPhone- Case im Pommes-Tütenlook wurde in Windeseile zum Must-Have.

Nun denn, einen guten Start in die neue kulinarische Herbst-/Winter Saison

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BERLIN IST NICHT PARIS. PARIS IST NICHT BERLIN. – Ein nachträglicher Kommentar zur Berlin Fashion Week.

© THESOPHISTIC8E

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Ja. Die deutsche Hauptstadt befand sich letzte Woche wieder einmal mehr fest in modischer Hand. Die MERCEDES BENZ FASHION WEEK BERLIN war Schuld daran. Gezeigt wurden in über 50 verschiedenen Designer-Schauen und den dazugehörigen Fach-Modemessen die Looks für Frühjahr/Sommer 2015. Einkäufer, Fachbesucher, Journalisten oder Modeinteressierte aus aller Welt strömten zu den unzähligen Veranstaltungen und Events.

Soweit nichts Neues? – OH DOCH!

Aufgrund der Fußball WM und der damit verbundenen Fanmeile am Brandenburger Tor, musste die sonstige Location gewechselt werden und zog somit ins Erika-Heß Eisstadion in den Berliner Wedding. Ausgerechnet! Wedding. Keine historisch beeindruckende Kulisse, wenig Glamour. Stattdessen Discount-Bäckereien und Sex-Shops in Plattenbauten. FASHION WEEK GOES KIEZ. Und es mag ironisch klingen aber so sind die Bewohner dieser „Platten“ die Front-Row der ersten Stunde. Von ihren Balkonen können sie die Fashionistas dieser Welt aus nächster Nähe betrachten oder einen Blick auf Prominenten in den schwarzen Limousinen erhaschen. FASHION MEETS  (echtes) NORMCORE. Eine Straße. Zwei Bürgersteige. Zwei Welten.

FOTO: INSTAGRAM

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Dennoch: Die Ausweich-Location entpuppt sich als Schmetterling. Red Carpet inklusive. Der Gebäudekomplex ist großzügiger als das bisherige Zelt am Brandenburger Tor. Viel Freiraum und Platz für die Besucher. Der Laufsteg und die weiße Zuschauer-Tribüne sorgen für einen Stilbruch zur klassischen Stadion-Umgebung. GELUNGEN ALSO. Dass die deutsche Modewoche im Gegensatz zu Paris, Mailand oder New York international gesehen eher ein kleinerer Stern am Fashion-Horizont darstellt ist klar. Zeitgleich zu Berlin fand in Paris die Haute-Couture Modewoche statt. Die Créme de la Créme der internationalen Stars sitzt hier in der ersten Reihe. Die oberste Riege der französischen Modehäuser wie DIOR , CHANEL oder JEAN PAUL GAULTIER zeigen hier ihre Herbst/Winter Kollektion 2014/15.

FOTO: INSTAGRAM

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In Berlin hingegen sitzen Prominente der Gattung C-Z (nicht ausschließlich aber häufig) in den ersten Reihen und schauen sich Kleidungsstücke und Kunstwerke von mehr oder weniger nationalen und internationalen Designern an. Berlin ist nicht Paris. Paris ist nicht Berlin. Und genau hier liegt der Unterschied. Berlin ist das Schaufenster für die deutsche Modelandschaft. Kaum eine andere Fashion-Week dieser Welt ermöglicht es jungen, talentierten und außergewöhnlichen Designern ihre Mode zu präsentieren. Doch sind gerade sie die wichtigsten Impulsgeber. Neue Ideen, neue Schnitte und Denkanstöße sind für die (nationale und) internationale Modeindustrie unerlässlich. JULIAN ZIGERLI, LENA HOSCHEK, ANJA GOCKEL  oder HIEN LE. Diese Namen sollte man sich merken. Längst etablierte Labels wie LALA BERLIN, SCHUMACHER oder MARCEL OSTERTAG sind Beispiele für den Erfolg früherer Start-Up-Designer. Mode ist doch letztlich die Liebe zum Detail. Die Liebe zum Material und der Schneiderkunst. Die Liebe die Mitmenschen zu kleiden. Die MERCEDES BENZ FASHION WEEK BERLIN darf deshalb keinesfalls belächelt werden und unbeachtet bleiben. Sie ist die Zukunft der deutschen Modewelt abseits vom Mainstream.

Weitere exklusive Einblicke in die Runway-Shows inklusive den Trends und Looks für Frühjahr/Sommer 2015 im Rahmen der Berlin Fashion Week gibt es diese Woche auf THESOPHISTIC8E.COM

© THESOPHISTIC8E

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TheSophistic8e über: NORMCORE oder VOLL NORMAL.

Foto: picture-alliance/ gms/dpa

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Habt ihr schon von „Normcore“ gehört? – NEIN? Dann wird es aber höchste Zeit.

Geprägt wurde dieser Begriff von der New Yorker Trendagentur K-Hole im Oktober 2013. In der Publikation unter dem Titel „Youth Mode: A Report on Freedom“ wird das Ende der Zeit beschrieben, in der alle versuchen besonders zu sein. Eine wahrliche Konkurrenz und absolute Gegenbewegung zum Hipstertum. Ein Ende der Individualität und des ständigen Wettbewerbs beim Vorne-mit-dabei-sein. Vorbei sind scheinbar die Zeiten, in der sich die Fashionistas dieser Welt damit beschäftigten, was das Must-Have der nächsten Saison sein wird. Schön waren die Tage, an denen Sneaker-Fans stunden-wenn nicht gar tagelang vor den hiesigen Sneaker-Boutiquen campten, um unbedingt ein Exemplar einer Limited-Edition zu ergattern, um die Informiertheit und Individualität zu beweisen. Ebenfalls ein „Leises Servus“ geht an die Jutebeutel, Hornbrillen, Bärte und Tattoos.

WILLKOMMEN in einer neuen 08/15 Welt. WILLKOMMEN im Kosmos der NORMALOS.

Die dazugehörigen It-Pieces sind: No-Name-Shirts, am besten weiß, kombiniert zur Schlabberjeans aus dem Kleiderschrank der Eltern. Ausgelatschte Sneaker, Fleece-Jacken, sowie weiße Tennis-Socken in Adiletten. Klamotten eben, wie man sie in jedem normalen Einkaufszentrum findet. Amerikanischen Kaffee-Ketten, süßen Cupcake-Bäckereien sowie liebevoll und bis ins kleinste Detail gestaltete (Edel)-Boutiquen stehen vor dem AUS.

MAINSTREAM heißt das neue Credo. 

Erste Stilikonen der Normcore-Bewegung wurden bereits ebenfalls ernannt: Steve Jobs zum Beispiel. Posthum wird er durch das Tragen seines stinknormalen Rollkragenpullis zum Vorreiter. Voll Normal eben. Erika Mustermann wird ungeschminkt und ganz normal gekleidet in der Stadt gesichtet. Der schlecht angezogene deutsche Vorzeige-Touri ist also tonangebend und völlig normcoreJe unmodischer desto besser.

Doch nun Schluss mit den sarkastischen und ironischen Thesen. Fakt ist, Normcore ist derzeit in aller Munde. Sämtliche Medien, egal ob Print oder Online sowie die Sozialen Netzwerke sind überflutet mit Statements zu diesem Hype. Die Huffington-Post schreibt auf Ihrer Homepage: „Normcore: Der Look der Normalos ist der neuste Hipster-Trend.“ Stylebook.de titelt: „Neuer Hipster Trend: Die neue Durchschnittlichkeit.“ Das NDR Kulturjournal schickte gar einen Reporter los, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, wenn auch mit einem Augenzwinkern.

Innerhalb kürzester Zeit entstand ein ernst zunehmender Super-Trend beziehungsweise ein Super-Begriff, der nicht ignoriert werden kann. Wie damals bei der Hipster-Bewegung. Normcore sollte demnach als Signal gesehen werden. Es bremst die schnelllebigen Trends und die rasante Entwicklung aus. Weniger Speed, Anti-Fashion also. Zuletzt gesehen bei der Chanel Haute-Couture Schau in Paris, als Karl Lagerfeld seine Models (zum ersten Mal!) in Sneaker über den Laufsteg schickte. Auch Birkenstock profitiert davon. So wurden die ehemals als „Gesundheitslatschen“ betitelten Qualitätsschuhe, ruckzuck zum Topseller für diesen Sommer.

Ob man sich nun ernsthaft mit dem Thema Normcore beschäftigen muss, bleibt jedem selbst überlassen. Fest steht jedoch, dass nach dem anhaltenden Hipster-Trend etwas Neues kommt. Sicher ist ebenfalls, dass sich der Normcore-Hype auch nur bei denjenigen durchsetzen wird, die damals als erster zur Hornbrille und zum Jutebeutel gegriffen haben. Normcore ist also als ein Mode-Statement und gleichzeitig doch ein weiteres Zeichen von Individualität und Informiertheit der jungen Avantgarde. Nicht mehr und nicht weniger.

Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze.

Karl Lagerfeld Selbstportrait, 2011/2012 Aus der Serie Atelier Fendi Inkjet auf Leinwand 84 × 120 cm © 2014 Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld Selbstportrait, 2011/2012 Aus der Serie Atelier Fendi Inkjet auf Leinwand 84 × 120 cm
© 2014 Karl Lagerfeld

– Eine Ausstellung zu Fotografie – Buchkunst – Mode.

Seit dem 15. Februar ist sie geöffnet, die weltweit erste große Museumsausstellung von Karl Lagerfeld im Museum Folkwang in Essen:„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze“ zeigt sämtliche künstlerische Facetten des international bedeutendsten deutschen Designers. Seit 1955 macht der in Hamburg geborene Karl Lagerfeld in Mode. Er arbeitete für die renommierten Modehäuser wie Balmain, Chloé und FENDI und wurde schnell zu einem der wichtigsten Impulsgeber der internationalen Modewelt unserer Zeit. Neben seiner Arbeit und seinem Wirken für das Pariser Traditionsunternehmens CHANEL, für das er 1983 die Führung übernahm, bringt Karl Lagerfeld auch unter eigenem Namen außergewöhnliche und zukunftsweisende Kollektionen auf den Markt, die seinesgleichen suchen. Dennoch ist er mehr als (nur) ein Designer. Er ist ebenso Perfektionist, Verleger, Fotograf und Sammler.

Karl Lagerfeld A Portrait of Dorian Grey, 2005 Direktdruck auf Aludibond 70 x 100 cm © 2014 Karl Lagerfeld

Karl Lagerfeld, A Portrait of Dorian Grey, 2005 Direktdruck auf Aludibond 70 x 100 cm
© 2014 Karl Lagerfeld

Die Ausstellung im Museum Folkwang zeigt auf circa 1400 Quadratmetern die rastlose Ideenvielfalt Lagerfelds. Der Besucher wird durch 14 Ausstellungsräume geführt und gleichzeitig in die Welt des deutschen unerschöpflichen Multitalents entführt. Mehr als 400 Exponate, darunter Zeichnungen, Fotografien, Bücher, Designobjekte und Filme gibt es zu besichtigen. Die Ausstellung reicht von den glamourösen 1990er Jahren bis hin zur Gegenwart. Ehemalige Musen Lagerfelds wie Claudia Schiffer und Baptiste Giabiconi sind auf vielen Fotografien auf unterschiedlichen Materialien und Untergründen sehr oft zu entdecken und werden immer wieder neu inszeniert. Ein Großteil wird dennoch dem Wirken Lagerfelds bei CHANEL gewidmet: Anzeigenkampagnen und Kataloge, Entwurfsskizzen der unverkennbaren CHANEL-Roben, echte Kollektionsteile der Herbst-/Winterkollektion 2013/14 sowie die Architekturmodelle der großen CHANEL-Modenschauen im Grand Palais in Paris.

TheSophistic8e meint: Die Ausstellung die dem Museum Folkwang in Zusammenarbeit mit Karl Lagerfeld hier gelang, ist maßgebend. Die Inszenierung der Exponate, welche die Besucher in die (Traum)Welt Karl Lagerfelds entführen, ist authentisch und sehr gut gelungen. Sie beweist einmal mehr die ungeheure Vielfalt und Facette des Multitalents, das einem Genie gleichzusetzen ist.

 Unverkennbar. Einzigartig. Einfach Karl.

„Karl Lagerfeld. Parallele Gegensätze.“ Fotografie – Buchkunst – Mode ist noch bis zum 11. Mai 2014 im Museum Folkwang in Essen zu sehen. Ein Besuch lohnt sich.

© 2014 TheSophistic8e

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