die meggings – hot or not?

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Foto: © Matt Badenoch, stitchleggings.com

Ja, sie ist da. Die Leggings für den Mann.

Ist sie doch bereits jahrzehntelang ein Dauerbrenner in der Damenbekleidung, richtet sie sich nun unter dem Begriff „Meggings“ auch an den Mann. In Zeiten von schmalen Silhouetten, Passformen und auch den Skinny Jeans, ist dies kaum mehr verwunderlich – auch in der Männermode nicht. Doch kann sich dieser Trend durchsetzen? Auch der Designer Riccardo Tisci konstruierte für die GIVENCHY Spring/Summer Kollektion 2014 Leggings speziell für den Mann. Googelt man den Begriff Meggings werden rund 350.000 Ergebnisse angezeigt. Ganz oben auf der Ergebnisliste der britische Onlinehändler ASOS. Er steht für einen jungen, modisch informierten Kundenkreis. Progressiv, avantgardistisch und immer am Trend der internationalen Modemetropolen. Stets dem Trend voraus. Beim genaueren Betrachten fällt das Angebot jedoch eher gering aus. Auch auffällig, die meisten Artikel wurden bereits mit dem Rotstift versehen  – zumindest auf der deutschen Homepage. Blickt man über die Grenzen Deutschlands hinaus, so macht das Londoner Label stitchleggings auf sich aufmerksam. Das Angebot dennoch überschaubar. Ganz dem Motto groß, größer, Amerika ist die Auswahl im Onlineshop von meggingsman.com aus Chicago entsprechend. Die Designs reichen von knallfarbig uni, metallic und Gold bis hin zu futuristischen Allover-Prints. Gerne aber auch mit Punkten, Stars & Stripes-Muster oder mit Details aus Lack und Leder.

The Sophistic8e meint: Ob sich dieser Trend international, wie auch hierzulande in der modisch informierten Spitze durchsetzen wird ist fraglich. Trend hin oder her. Der nötige Mut spielt hierbei eine wichtige Rolle. Richtig kombiniert und authentisch getragen kann sie aber durchaus zu einem Hingucker werden. Plicht jedoch ist es, GIVENCHY macht’s vor, über die hautengen Hosen unbedingt eine Shorts oder lange Oberteile zu tragen.

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fashion hero – die meinung eines fashion studenten

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Foto: prosieben.de

Seit 2 Wochen läuft sie. Die neue Casting-Show Fashion Hero. Endlich eine Casting-Show in der es nicht um Kandidaten mit schrägen Tönen geht, deren Selbstwahrnehmung und Bildnis um 360 Grad verzerrt zu sein scheint. Es geht, wie der Name bereits verrät, um Fashion.  Um Fashion von jungen Design-Talenten, die die Möglichkeit bekommen ihre Kreationen zu verkaufen.

Ob und was verkäuflich ist, entscheiden die sogenannten Einkäufer. Sie ersteigern für ihre jeweiligen Unternehmen die Kollektionen. Anne Rech steigert für den britischen Onlinehändler Asos, der Schweizer André Maeder für den Karstadt-Konzern und Petra Winter,  allen als ehemalige Cosmopolitan-Chefredakteurin bekannt, für S.Oliver. Sie entscheiden ob ihre jeweiligen Zielgruppen die Designer-Teile kaufen würden oder nicht. Sie entscheiden, ob die Designer-Teile massentauglich sind oder nicht. Denn darum geht es. Die exklusiven Entwürfe sollen der breiten Masse zugänglich gemacht werden. Längst bekannt durch die unzähligen Designer-Kooperationen von H&M.

Ein profitables Geschäft für alle.

Die Jungdesigner werden ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, können Ihre Entwürfe im besten Falle verkaufen. Die Firmen profitieren vom Image. Asos will sich in Deutschland nun endgültig etablieren, Karstadt sein altbackenes Image aufpolieren und S.Oliver möchte nicht mehr als langweiliger Casual-Basic Hersteller gelten.

Das Marketing funktioniert. 

Bereits während der Ausstrahlung einer Sendung sind die Teile, die online angeboten werden in Windeseile ausverkauft. Mit wenigen Klicks wird dem Verbraucher der Weg zum Artikel gebahnt und schon landet er im Warenkorb und an der Kasse.

Die Show glänzt durch Claudia Schiffer. Ein neues altes Gesicht ist zurück.  Sie sitzt im Experten-Team und kümmert sich mit Markenkommunikations-Coach Uta Hursch und Stylist Sascha Lilic um die Kandidaten. Wahrlich erfrischend und eine Alternative zur Casting-Show-Mutter Heidi Klum.

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Foto: prosieben.de

Die Mode-Branche wird in diesem TV-Format wieder einmal mehr mit viel Glamour inszeniert.  Es wird ein Klischeebild der Branche und des Berufs Designer erschaffen.  Dass es hinter den Kulissen um harte Arbeit und um jeden kleinsten Cent geht, wird hier natürlich nicht vermittelt. Mode wird hier als ein Produkt des Fashion-Zirkus verkauft, die Präsentation steht im Mittelpunkt.  Über das eigentlich notwenige Know How wie Schnittkonstruktionen, Materialien, Entscheidungen über die Nähte eines Kleidungsstückes für die perfekte Passform –und Trageeigenschaft, wird nicht berichtet. Genauso wenig dass hinter dem Designer sämtliche Schnittdirektricen und Bekleidungstechniker am Produkt beteiligt sind.

Einmal einen Artikel aus der Show bestellt, fällt bei der Lieferung auf: Es geht um’s Geld. Die tatsächlichen Endprodukte sind in ihrer Form abgewandelt. Im Großen und Ganzen erscheinen sie gleich. Bei der näheren Betrachtung jedoch fällt auf, viele Details und vor allem auch die Innenverarbeitungen sind abgewandelt. Dies ist der Beweis, dass es in der Modebranche nicht nur um Glamour und eine perfekte Inszenierung geht. Es geht viel mehr darum, mit einem bestimmten Budget, den besten Artikel gefertigt zu bekommen. Die Frage nach dem Produktionsland, die Machbarkeit zum für den Kunden best möglichsten Preis. Es geht also um knallharte Kalkulationen.

Willkommen in der wirklichen Welt der Mode. 

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Foto: de.tv.yahoo.com