darf man(n) kurz oder muss er lang?

Er ist da. Der Sommer.

Lange haben wir dieses Jahr auf ihn gewartet. Endlich wieder laue Sommerabende und leichte Klamotten tragen. Leichte Klamotten. Für die Damen endlich wieder  luftige Röcke und Kleider, Shorts und Tops. Für Herren: T-Shirts und Hemden aus leichten Materialien und kurze Hosen.

Kurze Hosen? – In der Freizeit auf jeden Fall.

Aber wie verhält es sich mit kurzen Hosen im Büro?  Diese Frage beschäftigt mich. Sie beschäftigt mich spätestens wieder seit heute Morgen, als ich wohlgemerkt in einem  Büro!  tatsächlich auf mein heutiges Outfit  angesprochen wurde. (Kurze Bermuda bis zum Knie).

Das Thema spaltet die Arbeitswelt und das modische beziehungsweise ästhetische Empfinden.

Vielen Gegnern kommt sicherlich beim Thema kurzer Hose sofort das Bild des deutschen Touristen Mitte 50 in den Kopf, der in beiger ¾ Hose mit aufgesetzten Taschen inklusive weißen Tennissocken in Sandalen Mallorca unsicher macht. Eine furchtbare Vorstellung. Keine Frage und sicherlich nicht fürs Büro geeignet. Ich hoffe es zumindest. Außer Frage stehen außerdem das Alter und auch die verschiedenen Branchen von Unternehmen, was getragen werden kann und was nicht.

Aber wie läuft das beispielsweise in Modeunternehmen oder unkonventionellen Start-Ups ab? Wenn wir von kurzen Hosen in feinen und schlichten Stoffen sprechen? Von kurzen Hosen, die nach unten hin schmaler werden, lässig gekrempelt werden und die Knie bedecken? Uni-Farben, leicht gemustertAuf den Laufstegen dieser Welt längst angekommen.

Für den Business-Look gerne auch in Kombination mit Sakko. Eventuell mit Krawatte. Mit leichten Hemden und schlichten Schuhen, die in dieser Saison tatsächlich problemlos mit Kniestrümpfen oder bunten Socken getragen werden können.  Man(n) benötigt dazu nur ein wenig Mut und die gewisse Authentizität zum Tragen. Man soll sich wohl fühlen in dem was man trägt. Das sorgt in dieser eh schon kritischen Fragestellung erneut für Unsicherheit.

Zu viele Beinhaare sichtbar. Zu unästhetisch. Führungskräften wird ein Stück ihrer Autorität geraubt. Kurze Hosen gehören auf den Campingplatz oder ins Freibad, argumentieren die Gegner.  – Vor allem Frauen.

Doch liebe Damen. Ihr habt leicht Reden. So tragt gerade ihr bei Temperaturen um die 30 Grad kurze Hosen, Röcke, Kleider und offene Schuhe. Ganz selbstverständlich in Freizeit und auch im Büro. Kein Mann würde das jemals in Frage stellen, auch wenn die ein oder andere Dame sicherlich gewisse Längen von Röcken und Kleidern auch nicht unbedingt tragen sollte ohne sich im Kollegenkreis lächerlich zu machen. Schon in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts habt ihr euch eingesetzt und für das Frauenwahlrecht gekämpft. Ihr habt euch von den Männern emanzipiert und wolltet gleichberechtigt behandelt werden. Die Frauenquote ist politisches Thema. – All das ist euch gelungen. Und das mit Recht. Ihr steht den Herren der Schöpfung in nichts nach.

Doch wenn wir dies auf die kurze Hose für Männer im Büro umlegen, dann kann man hier von einer Unterdrückung sprechen. Und zwar in umgekehrter Form. So scheint es, dass sich die Zeiten geändert haben und sich die Männer heutzutage von den Frauen (zurück)emanzipieren müssten. Sie müssen für ihr Wahlrecht und ihre Gleichberechtigung, zumindest in Sachen Mode kämpfen.

Fakt ist: Egal ob Metropole, Stadt oder Land.  Trag was du willst. Fühl dich wohl. Trau dich, Dinge auszuprobieren. Breche verschiedene Stile und mixe. Doch achte stets auf Authentizität und verkleide dich nicht.

Was ist deine Meinung? – Hinterlasse einfach einen Kommentar.

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